DLM 2020: Sommer, Sonne und deutsche Rekorde

Olympia wurde um ein Jahr verschoben. Die Europameisterschaft in Paris einfach abgesagt. Das bedeutet, dass die Meisterschaft in Braunschweig im Kalender der deutschen Athleten zum Highlight eines ungewöhnlichen Sportjahrs avancierte. „Dieses Jahr sind die deutschen Meisterschaften für mich der wichtigste Wettkampf und das ist einfach ein tolles Gefühl“, sagte Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo.  Als Hauptsponsor war Betsson mit am Start.

Im Rahmen der 120. Deutschen Leichtathletik Meisterschaft wurden am 8. und 9. August bei tropischen Temperaturen Deutschlands beste Athleten und Athletinnen, die schnellsten Frauen und Männer, die besten Werfer und Springerinnen gesucht.

Am Ende haben sich 477 Athleten für die DM in Braunschweig gemeldet, nicht viel weniger als in einem normalen Jahr. Mit Betreuern, Kampfrichtern und Medienvertretern durften insgesamt nicht mehr als 999 Personen gleichzeitig im Stadion sein. Unsere Highlights der Meisterschaft seht ihr hier, außerdem hatten wir das große Vergnügen ein kurzes Interview mit Corinna Schwab zu führen. Das Interview mit der Deutschen Meisterin über 400 Meter seht ihr hier.


DLM 2020: unsere Lieblingsmomente



DLM 2020: so haben wir „unsere“ erste Leichtathletik-Meisterschaft miterlebt

Im Rahmen der Deutschen Meisterschaft in Braunschweig standen über zwei Tage 34 Entscheidungen mit 477 Athletinnen und Athleten auf dem Programm. Laut der DLV Cheftrainerin Annett Stein waren das nicht viel weniger Teilnehmer als zu normalen Zeiten. Die Staffel-Läufe wurden wegen der Hygieneregeln gestrichen.

Die Mittel- und Langstreckenläufe sollten ursprünglich auch nicht stattfinden, doch nach langem Hin und Her gab es die Genehmigung auch diese Läufe durchzuführen. Entscheidend für diese Entscheidung war der Einsatz von Gesa Krause, die im 3000 Meter Hindernislauf leider verletzt aufgeben musste.

Dass die DLM ausgerechnet auf das heißeste Wochenende im Jahr fallen würde, konnte natürlich niemand wissen. So mussten die 5000 Meter-Läufer Temperaturen von 36 ° im Schatten aushalten. Vielleicht hätte man die Langstreckenläufer lieber ein paar Stunden später an den Start schicken sollen. Für Alina Reh, die Siegerin im 5000-Meter-Rennen der Frauen, war das Hitzerennen jedoch kein Problem, sondern die beste Vorbereitung auf die Olympiade in Tokyo. Denn auch dann wird es so richtig heiß.


Unser Highlight: Corinna Schwab rennt allen davon

Was für ein Rennen von Corinna Schwab. Die 21-Jährige bestätigte ihre Topform mit der schnellsten Siegerzeit bei den Deutschen Meisterschaften seit 2001! Mit 51,72 Sekunden, der viertbesten Zeit einer Europäerin in diesem Jahr, gewinnt sie die 400 Meter.

Durch ihre guten Zeiten kann sich Corinna am Wochenende auch auf internationaler Bühne zeigen. Corinna wird, sofern ihr Corona-Test negativ ausfällt, bei der Diamond League in Monaco antreten.

Ein Tag vor den Wettkämpfen hatten wir die große Freude, uns mit der Ausnahme-Athletin zu unterhalten.


Interview mit der Deutschen Meisterin Corinna Schwab


Neele Eckhardt- Saisonaus statt Titel

Freud und Leid liegen gerade im Sport nahe beieinander. Eigentlich hatten wir die Deutsche Dreispringerin Neele Eckhardt schon als Meisterin gesehen. Sie ging mit den besten Chancen auf den Titel ins Rennen. Jetzt ist bekannt, dass die mehrfache deutsche Meisterin ihre Saison abbrechen muss.

Beim Aufwärmen verletzte sich die Dreispringerin beim letzten Versuch. Beim Hop, dem ersten der drei Sprünge, zieht sich Neele einen Muskelfaserriss zu. Sehr, sehr bitter. Neele Eckhardt musste den ersten Titel der neuen und sehr kurzen Saison Maria Purtsa überlassen. In Normalform hätte Neele den Sprung von 13,65 Metern mit großer Wahrscheinlichkeit überboten.

Obwohl der Titelfavoritin die große Enttäuschung über das Saisonaus anzusehen war, stellte sie sich vor ihrer Heimreise unseren Fragen. „Es hat erstmals in der Sommersaison richtig Spaß gemacht“, sagte sie über ihre ersten Eindrücke in Braunschweig. Das ganze Interview gibt es bald hier auf unserem Blog.


Malaika Mihambo und Johannes Vetter holen Gold

Johannes Vetter hat das Beste aus der Abwesenheit von Olympiasieger Thomas Röhler gemacht und den Titel im Speerwurf mit einer starken Weite geholt!

Mit Malaika Mihambo und Johannes Vetter waren zwei der Topstars der deutschen Leichtathletik in Braunschweig dabei. Beide haben nicht enttäuscht. Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo hätten vier ihrer sechs Sprünge für den Titel genügt.


Blog von Judith Francorsi / Fotos von TT